Wenn das Team funktioniert und trotzdem keiner mehr kann
Der Dienstplan geht auf, die Pflege läuft — und gleichzeitig steigen Krankmeldungen, Kündigungen und Reibung im Team. Regelmäßige Supervision gibt dem, was sich dahinter aufstaut, einen Ort. Bevor es die nächste Fachkraft kostet.
Martin Heisig · Psychologe M.Sc. · Systemischer Therapeut · Heilpraktiker für Psychotherapie · Mitglied im BDP und in der DGSF
Woran Sie es zuerst merken
Belastung im Pflegeteam zeigt sich selten dort, wo man sie vermutet. Sie taucht in Kennzahlen auf, lange bevor jemand darüber spricht.
Kurzzeiterkrankungen häufen sich — einzelne Tage, oft montags, oft dieselben Personen.
Erfahrene Kräfte kündigen überraschend. Wer lange geblieben ist, sagt lange nichts — und ist dann nicht mehr umzustimmen.
Konflikte drehen sich um Kleinigkeiten — Dienstübergabe, Pausen, wer was liegen gelassen hat.
Wohnbereichsleitungen puffern alles ab und sind selbst am Limit, ohne dass es jemand mitbekommt.
Nach belastenden Ereignissen wird weitergearbeitet — ein Sterbefall, eine Aggression, ein Beinahefehler, und niemand kommt darauf zurück.
Neue Mitarbeitende bleiben nicht. Die Einarbeitung funktioniert, das Ankommen nicht.
Was Supervision leistet — und was nicht
Das leistet sie
- Einen geschützten Ort für das, was im Dienst keinen Platz hat
- Entlastung nach belastenden Ereignissen, bevor daraus ein Muster wird
- Klärung wiederkehrender Konflikte, statt sie zu moderieren
- Handlungsfähigkeit bei schwierigen Bewohnern und Angehörigen
- Rückhalt für Leitungskräfte, die sonst niemanden zum Reden haben
Das leistet sie nicht
- Sie ersetzt keine Personalplanung. Wo zu wenige Leute arbeiten, hilft Reden nicht.
- Sie ist kein Instrument der Leitung. Was im Raum gesagt wird, bleibt dort.
- Sie ist keine Therapie. Wo eine Behandlung nötig ist, sage ich das und helfe beim nächsten Schritt.
- Sie wirkt nicht nach zwei Terminen. Unter einem halben Jahr würde ich nicht anfangen.
Diese Abgrenzung ist mir wichtig. Supervision, die als verlängerter Arm der Leitung wahrgenommen wird, ist wirkungslos — die Mitarbeitenden erzählen dann genau das, was ohnehin schon bekannt ist.
Wie es abläuft
- Vorgespräch mit der Leitung, 30 Minuten, kostenfrei. Worum geht es, was ist schon versucht worden, was soll sich verändern.
- Auftragsklärung mit dem Team. Das Team entscheidet mit, woran gearbeitet wird. Ohne das funktioniert es nicht.
- Regelmäßige Sitzungen im Turnus von zwei bis vier Wochen, 90 Minuten, in der Regel fünf bis zwölf Personen.
- Zwischenbilanz nach einem halben Jahr gemeinsam mit der Leitung — ohne Inhalte aus den Sitzungen, nur die Frage, ob es trägt.
Vor Ort in Gera und Umgebung, auf Wunsch online. Fallsupervision für einzelne Leitungskräfte ist ebenfalls möglich.
Kosten
| Leistung | Dauer | Preis |
|---|---|---|
| Teamsupervision | 90 Minuten | 180 € |
| Einzelsupervision für Leitungskräfte | 60 Minuten | 120 € |
| Vorgespräch mit der Leitung | 30 Minuten | kostenfrei |
Zuzüglich Fahrtkosten bei Terminen vor Ort. Ich weise keine Umsatzsteuer aus. Für Pflegeeinrichtungen ist das relevant: Da Pflegeleistungen selbst umsatzsteuerfrei sind, ist in der Regel kein Vorsteuerabzug möglich — ausgewiesene Umsatzsteuer wäre für Sie also eine echte Zusatzausgabe. Ihre Buchhaltung kann das im Einzelfall bestätigen.
Was Ihre Mitarbeitenden zusätzlich bekommen
Supervision findet alle zwei bis vier Wochen statt. Der Alltag findet täglich statt.
Deshalb gibt es auf dieser Seite einen Bereich, der sich direkt an Pflegekräfte richtet: eine kurze Selbsteinschätzung zur eigenen Beanspruchung und eine E-Mail-Serie mit Übungen, die in eine Schicht passen — nicht in ein Wochenendseminar.
Was Sie als Einrichtung davon sehen: nichts. Und das ist Absicht. Weder die Ergebnisse der Selbsteinschätzung noch die Teilnahme an der Mailserie werden Ihnen gemeldet. Genau diese Trennung ist der Grund, warum Mitarbeitende das Angebot überhaupt nutzen.
Sie können den Bereich intern verlinken, ausdrucken oder ans Team weitergeben.
Zum Bereich für PflegekräfteSie brauchen die Gefährdungsbeurteilung ohnehin
Psychische Belastung in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen, ist seit 2013 Arbeitgeberpflicht – und in Pflegeeinrichtungen fällt dabei fast immer die Arbeitszeit als kritischster Bereich auf. Wenn Sie das ohnehin vor sich herschieben: Es gibt ein Verfahren dafür, das mit einer anonymen Dreiminutenbefragung beginnt.
Fünf Mails zu Früherkennung und Führung
Über gut zwei Wochen fünf kurze E-Mails, geschrieben für Menschen, die ein Team führen: woran Sie eine innere Kündigung erkennen, bevor sie ausgesprochen wird. Wie ein Gespräch nach einem belastenden Vorfall aussieht, ohne dass Sie therapieren müssen. Warum Ihre bestehenden Angebote leerlaufen. Und wo Ihre Rolle endet.
Kein Newsletter, keine Werbung. Fünf Mails über zwei Wochen, dann eine letzte Frage sechs Wochen später. Abmelden mit einem Klick, jederzeit.
Anfrage
Wenn Sie überlegen, ob Supervision für Ihr Team infrage kommt: Das Vorgespräch ist kostenfrei und verpflichtet zu nichts. Dreißig Minuten reichen meist, um zu klären, ob es passt.
Lieber telefonieren? Die Sprechzeiten stehen auf der Kontaktseite.
Telefonzeiten ansehenZum internen Weiterleiten an Geschäftsführung oder Träger: perspektra.de/pflege/
Ab hier geht es um Sie, nicht um Ihre Einrichtung
Was in diesem Bereich passiert, bleibt bei Ihnen. Der Selbstcheck läuft in Ihrem Browser, es wird nichts gespeichert und nichts übermittelt. Wenn Sie sich für die Mailserie eintragen, erfährt das Ihr Arbeitgeber nicht — auch dann nicht, wenn er die Supervision bezahlt.
Wie hoch ist Ihre Beanspruchung gerade?
Acht Fragen, ein paar Minuten. Keine Diagnose und kein wissenschaftliches Messinstrument — eine Einordnung für Sie selbst.
Beanspruchung im Pflegealltag
Die folgenden Aussagen beziehen sich auf die letzten vier Wochen. Wie oft trifft das auf Sie zu?
1. Nach dem Dienst brauche ich lange, bis ich innerlich abschalten kann.
2. Ich bin schon müde, wenn die Schicht anfängt.
3. Ich reagiere gereizter auf Bewohner, Patienten oder Angehörige, als ich möchte.
4. Ich mache meine Arbeit routiniert, aber innerlich beteilige ich mich weniger.
5. Belastende Ereignisse aus dem Dienst gehen mir zu Hause nach.
6. Ich habe das Gefühl, meiner Arbeit nicht mehr gerecht zu werden.
7. An freien Tagen erhole ich mich nicht mehr richtig.
8. Ich denke öfter darüber nach, den Beruf zu wechseln.
Dieser Kurz-Check ist kein Diagnoseinstrument und ersetzt kein persönliches Gespräch. Er orientiert sich an Merkmalen, die in der Beanspruchungsforschung beschrieben werden, ist aber kein validierter Test. Ihre Antworten verlassen Ihren Browser nicht. Für die Statistik wird nur gezählt, dass jemand den Check abgeschlossen hat – ohne Angaben zu Ihnen und ohne Ihre Antworten.
Fünf Mails mit Übungen, die in eine Schicht passen
Über gut zwei Wochen bekommen Sie fünf kurze E-Mails. Jede enthält eine Übung, die zwischen zwei und fünf Minuten dauert und sich im Dienst umsetzen lässt — im Aufzug, im Dienstzimmer, auf dem Weg zum Auto. Nichts, wofür Sie eine Matte oder Ruhe brauchen.
Kein Newsletter, keine Werbung. Fünf Mails über zwei Wochen, dann eine letzte Frage sechs Wochen später. Abmelden mit einem Klick, jederzeit. Ihr Arbeitgeber erfährt davon nichts.
Kurs zur Stressbewältigung für Pflegekräfte
Ich plane einen Kurs, der auf den Pflegealltag zugeschnitten ist — Schichtdienst, Unterbrechungen, emotionale Belastung, schwierige Angehörige. Bevor ich ihn festlege, würde ich gern wissen, was gebraucht wird.
Zwei Klicks, kein Pflichtfeld außer der Auswahl. Sie gehen damit keine Verpflichtung ein.
Häufige Fragen
Erfährt meine Leitung, was ich in der Supervision sage?
Nein. Ich gebe keine Inhalte weiter — weder namentlich noch zusammengefasst. Wenn es nach einem halben Jahr eine Zwischenbilanz mit der Leitung gibt, geht es dabei ausschließlich um die Frage, ob die Supervision fortgesetzt werden soll, nicht um das, was besprochen wurde. Diese Trennung ist keine Höflichkeit, sondern die Voraussetzung dafür, dass Supervision funktioniert.
Ist Supervision Pflicht, wenn die Einrichtung sie anbietet?
Das entscheidet Ihre Einrichtung, nicht ich. Aus fachlicher Sicht: Anwesenheitspflicht ist in Ordnung, Redepflicht nicht. Niemand muss in einer Sitzung etwas sagen.
Wir haben zu wenig Personal. Bringt Supervision da überhaupt etwas?
Sie ersetzt keine Stelle. Was sie verändern kann, ist der Umgang miteinander unter dieser Bedingung — und ob Leute bleiben. Ein Teil der Fluktuation in der Pflege entsteht nicht an der Arbeitsmenge, sondern daran, dass mit der Belastung niemand etwas anfängt. Aber ich würde Ihnen nichts versprechen, was Supervision nicht halten kann.
Können wir das erst einmal ausprobieren?
Ja. Das Vorgespräch ist kostenfrei, und viele Einrichtungen starten mit drei Sitzungen und entscheiden dann. Unter einem halben Jahr würde ich allerdings keine Wirkung erwarten — das sollte man vorher wissen, damit die Erwartung stimmt.
Arbeiten Sie auch mit ambulanten Diensten?
Ja. Der Rahmen ist derselbe, die Terminfindung ist meist die größere Hürde als der Inhalt. Online-Sitzungen sind hier oft die praktikablere Lösung.
Wer mit Ihnen arbeitet
Ich bin Martin Heisig, Psychologe M.Sc., Systemischer Therapeut und Heilpraktiker für Psychotherapie, Mitglied im BDP und in der DGSF. Neben der Praxis in Gera arbeite ich in einem Rehazentrum und begleite Teams aus dem Gesundheits- und Pflegebereich. Ich kenne den Unterschied zwischen einer schwierigen Woche und einer Struktur, die dauerhaft zu viel verlangt.
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