Cannabis & Konsum

Aufhören mit Kiffen — wenn der Vorsatz allein nicht reicht

Du hast dir schon oft vorgenommen, weniger oder gar nicht mehr zu konsumieren. Ein paar Tage klappt es, dann kommt der Abend, an dem es doch wieder passiert. Das liegt selten an fehlender Disziplin — sondern daran, dass der Konsum eine Aufgabe erfüllt, für die es noch keinen Ersatz gibt.

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Martin Heisig · Psychologe M.Sc. · Systemischer Therapeut · Heilpraktiker für Psychotherapie · Mitglied im BDP und in der DGSF

Martin Heisig

Kennst du das?

  • Du nimmst dir vor aufzuhören — und verschiebst es dann auf nächste Woche
  • Ohne Konsum kommst du abends kaum runter oder schläfst schlecht ein
  • Du merkst, dass du mehr brauchst als früher für denselben Effekt
  • Gedanken, die du nicht haben willst, werden ohne Konsum lauter
  • Du konsumierst allein und häufiger, als du es nach außen zugibst
  • In den ersten Tagen ohne bist du gereizt, unruhig oder appetitlos
  • Du fragst dich, wer du ohne das Ganze eigentlich wärst

Wenn du mehrere Punkte wiedererkennst, heißt das nicht automatisch „Sucht“. Es heißt, dass der Konsum inzwischen eine Funktion hat — und genau darum geht es beim Aufhören.

Warum Aufhören schwerer ist, als es aussieht

Kaum jemand kifft, weil es einfach nur Spaß macht. Meistens erledigt der Konsum still etwas, das sonst niemand übernimmt:

Runterkommen

Nach einem Tag voller Anspannung ist es der schnellste Weg, das Nervensystem auf null zu bringen. Ohne diesen Schalter bleibt die Anspannung erst einmal da.

Gedanken abstellen

Grübeln, Selbstkritik, alte Erinnerungen — der Konsum macht sie leiser. Wenn er wegfällt, kommen sie zurück, und zwar zuerst.

Schlaf

Viele nutzen ihn zum Einschlafen. Der Schlaf wird dadurch allerdings flacher, und in den ersten Nächten ohne ist er oft deutlich schlechter — ein häufiger Grund für Rückfälle.

Struktur und Belohnung

Der Feierabend hat einen festen Punkt, auf den man zugeht. Fällt der weg, entsteht eine Lücke, die sich größer anfühlt als erwartet.

Solange diese Funktionen nicht anders abgedeckt sind, arbeitet jeder Vorsatz gegen einen Teil von dir, der gute Gründe hat. Genau da setzen wir an — nicht bei mehr Willenskraft.

Dafür bin ich der Richtige

  • Du willst reduzieren oder aufhören und kommst allein nicht weiter
  • Du möchtest verstehen, welche Funktion der Konsum bei dir hat
  • Hinter dem Konsum stecken Stress, Schlafprobleme, Grübeln oder Erschöpfung
  • Du hast schon aufgehört und willst es diesmal halten
  • Du willst mit jemandem sprechen, ohne dass es irgendwo aktenkundig wird

Dafür brauchst du andere Hilfe

  • Körperlicher Entzug mit starken Symptomen — das gehört ärztlich begleitet
  • Konsum mehrerer Substanzen mit hoher Abhängigkeit
  • Du brauchst eine stationäre Entwöhnung oder eine Kostenzusage
  • Du brauchst kurzfristig kostenlose Unterstützung

Wichtig und ehrlich: Ich biete psychologische Beratung an, keine Suchtmedizin und keine Entzugsbehandlung. In fast jeder Stadt gibt es Suchtberatungsstellen, die kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym arbeiten — getragen etwa von Caritas, Diakonie oder der AWO. Wenn du dort gut aufgehoben bist, ist das der bessere und günstigere Weg. Melde dich bei mir, wenn du zusätzlich oder stattdessen psychologisch daran arbeiten willst, was unter dem Konsum liegt.

Was sich in den ersten Wochen verändert

Damit du weißt, worauf du dich einstellst — und nicht denkst, es läuft schief, wenn es unangenehm wird:

  • Tag 1 bis 3: Schlaf wird oft schlechter, Träume intensiver, Gereiztheit und Appetitlosigkeit sind häufig.
  • Woche 1 bis 2: Innere Unruhe und das Gefühl, dass Abende endlos sind. Genau hier passieren die meisten Rückfälle — nicht aus Lust, sondern aus Erschöpfung.
  • Woche 3 bis 6: Schlaf und Stimmung stabilisieren sich meist spürbar. Dafür werden Gefühle wieder deutlicher, auch unangenehme.
  • Danach: Die eigentliche Frage wird sichtbar — womit füllst du das, was der Konsum vorher übernommen hat?

Der Verlauf ist individuell. Wer lange und viel konsumiert hat, braucht länger — das ist normal und kein schlechtes Zeichen.

Kurzer Selbstcheck

Wie viel Raum nimmt der Konsum gerade ein?

Acht Fragen auf Basis des CUDIT-R, einem etablierten Screening-Verfahren für problematischen Cannabiskonsum. Kein Diagnoseinstrument, aber ein ehrlicher erster Anhaltspunkt – und er läuft komplett in deinem Browser.

Cannabis-Selbstcheck

Beantworte die Fragen so ehrlich wie möglich – niemand sieht deine Angaben außer dir.

1. Wie oft konsumierst du Cannabis?

2. Wie viele Stunden warst du an einem typischen Konsumtag „high“?

3. Wie oft hast du in den letzten 6 Monaten festgestellt, dass du nicht aufhören konntest, wenn du einmal angefangen hattest?

4. Wie oft hast du in den letzten 6 Monaten wegen des Konsums Dinge nicht geschafft, die normalerweise von dir erwartet werden?

5. Wie oft hast du in den letzten 6 Monaten viel Zeit damit verbracht, Cannabis zu besorgen, zu konsumieren oder dich davon zu erholen?

6. Wie oft hattest du in den letzten 6 Monaten nach dem Konsum Probleme mit Gedächtnis oder Konzentration?

7. Wie oft konsumierst du Cannabis in Situationen, die gefährlich sein können – etwa beim Autofahren, beim Bedienen von Maschinen oder bei der Betreuung von Kindern?

8. Hast du jemals darüber nachgedacht, deinen Konsum zu reduzieren oder ganz aufzuhören?

Dieser Kurz-Check ist kein Diagnoseinstrument und ersetzt kein persönliches Gespräch. Deine Antworten verlassen deinen Browser nicht. Für die Statistik wird nur gezählt, dass jemand den Check abgeschlossen hat – ohne Angaben zu dir und ohne deine Antworten.

Unabhängig vom Ergebnis: Fahr nicht unter Cannabiseinfluss und bediene keine Maschinen. Das ist nicht nur rechtlich relevant, sondern auch dann ein Risiko, wenn es sich längst normal anfühlt.

Zum Reinschauen

Zwei Videos, in denen ich genau das ausführlicher erkläre — unverbindlich, bevor du über einen Termin nachdenkst.

Aufhören mit Kiffen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Aufhören mit Kiffen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Kiffen aufhören: Warum du es nicht schaffst (und was wirklich hilft)

Kiffen aufhören: Warum du es nicht schaffst (und was wirklich hilft)

So läuft ein Erstgespräch

  • Termin buchen. Online im Kalender, meist ist schon in den nächsten Tagen etwas frei.
  • Kurze Angaben. Vor dem Termin beantwortest du ein paar kurze Fragen. Freiwillig — du kannst auch alles im Gespräch klären.
  • Erstgespräch. 60 Minuten. Wir schauen, welche Funktion der Konsum bei dir hat, was bisher schiefging und was ein realistischer nächster Schritt wäre.
  • Empfehlung. Am Ende sage ich dir ehrlich, ob weitere Gespräche bei mir sinnvoll sind — oder ob eine Suchtberatungsstelle für dich der bessere Weg ist.

Ich arbeite nicht mit gesetzlichen Krankenkassen ab. Das heißt: keine Diagnose in deiner Akte, keine Meldung an Versicherung oder Arbeitgeber.

Kosten

LeistungDauerPreis
Erstgespräch oder Einzelsitzung60 Minuten120 €

Die Termine werden privat in Rechnung gestellt: Nach dem Gespräch erhältst du eine Rechnung per E-Mail mit einem Zahlungsziel von zwei Wochen. Mit einem Erstgespräch verpflichtest du dich zu nichts Weiterem, jeder Termin wird einzeln vereinbart.

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Manche merken erst beim Absetzen, dass etwas anderes darunter liegt: das Gefühl, neben sich zu stehen, unwirklich zu sein, den Tag wie durch Watte zu erleben. Das verschwindet nicht automatisch mit dem Kiffen — und es hat einen Namen.

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Martin Heisig

Wer mit dir arbeitet

Ich bin Martin Heisig, Psychologe M.Sc., Systemischer Therapeut und Heilpraktiker für Psychotherapie, Mitglied im BDP und in der DGSF. Auf meinem YouTube-Kanal spreche ich regelmäßig über Konsum, Abhängigkeit und die Frage, was darunter liegt. In der Praxis in Gera und online arbeite ich mit Menschen, die genau an diesem Punkt stehen.

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